Was die Immobilienbranche über Corona wissen muss

Die wichtigsten Informationen zusammengefasst im Archilyse Corona-Immobilien-Reader

Wo auch immer wir momentan hinsehen ist COVID-19 omnipräsent.

Wir haben den Dschungel an Medienmitteilungen für Sie durchkämmt und fassen die wichtigsten Erkenntnisse und Expertenmeinungen für die Immobilienbranche in unserem Corona-Immobilien-Reader zusammen.

JLL sieht keine langanhaltenden negativen Folgen für die Immobilienbranche

JLL sieht die Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt als nicht allzu drastisch. JLL geht davon aus, dass die anhaltend niedrigen Zinsen weiterhin für eine konstante Nachfrage beim Wohneigentum sorgen wird. Zwar werden weniger Besichtigungen und Kaufabschlüsse in der aktuellen Situation erwartet, lockern sich die Bedingungen wieder, werden diese aber wieder stark zunehmen.

Der tiefe Zins dürfte dafür sorgen, dass die Bankschulden von Eigentümern überwiegend getilgt werden können.

Die Experten nehmen nicht an, dass der Immobilienmarkt durch die COVID-19 Krise langanhaltende Schäden davon tragen wird.

Die Werttreiber von Immobilien sind Mieteinnahmen von Nutzern aus allen Branchen, und nicht alle Branchen sind gleichermassen betroffen.

Möglicherweise wird die Ausbreitung von COVID-19 den Einsatz von Robotern und künstlicher Intelligenz in Betrieben beschleunigen und die Abhängigkeit von Arbeitskräften verringern.

Zweifellos wird es bei vielen Unternehmen einen Digitalisierungsschub auslösen.

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Wüest & Partner prognostizieren tiefgreifende Veränderungen

Die Prognose von Wüest & Partner fällt negativer aus. Sie erwarten, dass durch COVID-19 eine Rezession in der Schweiz ausgelöst wird. Denn um die Verbreitung des Coronavirus aufzuhalten, werden alle Tätigkeiten zurück geschraubt werden und die Nachfrage nach Flächen wird sinken.

Demnach ist auch mit einem kurzzeitigen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen, insbesondere in den Wirtschaftsbereichen, die stark von den aktuellen Massnahmen betroffen sind.

Je nach Bereich werden die Folgen stärker oder schwächer ausfallen: es wird jedoch für alle Segmenten zu zeitweiligen negativen Auswirkungen kommen.

Blickt man auf die Entwicklungen der Vergangenheit zurück, war die Baubranche in den letzten Jahren mit einem Wirtschaftswachstum und einem deutlichen Beschäftigungszuwachs gesegnet.

Die Pandemie wird sich abschwächen, womit sich die temporären Veränderungen im Immobilienmarkt wieder normalisieren. Langfristig könnte das folgende Veränderungen bringen:

  • Den Gesundheits- und Spitalimmobilien werden sich diverse Chancen eröffnen, denn das Versorgungs- und Sicherheitsbedürfnis wird wachsen.
  • Die Vorratshaltung gewinnt gegenüber der Just-in-time-Produktion an Bedeutung, wodurch Lager- und Logistikflächen wichtiger werden.
  • Der langjährige Anstieg der Passagierzahlen in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu Stosszeiten könnte abflachen. Wo möglich wird vermehrt auf individuelle Mobilität gesetzt, wie etwa auf E-Bikes.
  • Die Besinnung auf schöne Plätze in der unmittelbaren Umgebung weckt die Präferenz für Urlaubs- und Freizeitaktivitäten in der Nähe des Wohnorts. Das stärkt den inländischen Konsum und die Nachfrage nach Zweitwohnungen in den Schweiz.
  • Der Strukturwandel im Detailhandel wird beschleunigt. Der E-Commerce gewinnt schnell weitere Marktanteile auf Kosten des stationären Detailhandels.
  • Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten könnten neuen Auftrieb erhalten. In den Wohnnutzungen dürften eine hohe Aufenthaltsqualität, aber auch private Rückzugsmöglichkeiten noch wichtiger werden.

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Folgen von Corona werden erst in den kommenden Monaten sichtbar

Die tatsächlichen Folgen von COVID-19 werden erst im folgenden Jahr vollständig sichtbar. (Bildnachweis: Raphael Koh, Unsplash)

Das Schweizer Baublatt zeigt mögliche Folgeszenarien auf: Konjunkturschock oder Wachstum dank Aufholeffekten

Dass die Folgen des Corona-Virus auch am Immobilienmarkt nicht spurlos vorbeigehen werden, prognostiziert auch das Schweizer Baublatt, unter Berufung auf Experten des Bundes, Banken und Prognoseinstituten.

Ihren Einschätzungen zufolge wird die Corona Epidemie eine Rezession nach sich ziehen. Doch weil die epidemiologischen Entwicklungen derart ungewiss sind, sind verschiedene Szenarien über die Folgen des Konjunktureinbruchs denkbar.

Eine mögliche Variante ist, dass die Verbreitung des Virus im In- und Ausland bestimmte Wirtschaftszweige zeitweilig komplett stilllegt und somit einen Konjunkturschock auslöst.

Credit Suisse jedoch rechnet nur mit einem kurzzeitigen Konjunktureinbruch. Sie prognostiziert, dass die aktuelle Ausnahmesituation bis Mitte Mai andauern könnte.

Entspannt sich die Situation im Verlauf von 2020 wieder durch die Eindämmung des Virus, prognostiziert Credit Suisse, könnte das Wachstum dank Aufholeffekten sogar gegen Ende 2020 stark anziehen.

Damit würde in der zweiten Jahreshälfte auch das BIP der Schweiz wieder wachsen.

Doch das Ausmaß der Virusverbreitung in der Schweiz und in anderen Ländern sowie der zeitliche Verlauf sind schwer abzuschätzen. Entsprechend sich auch die Prognosen mit entsprechender Vorsicht zu geniessen. Man sollte jedoch auf alle Szenarien vorbereitet sein.

Unumgänglich scheint den Experten jedoch, dass die Schweiz in den nächsten Monaten mit einer höheren Arbeitslosigkeit rechnen muss.

Aufgrund der grossen Unsicherheit und der sinkenden Auslastung schicken viele Unternehmen ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit oder bauen stellen komplett ab.

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Die Handelszeitung zieht Parallelen zur Finanzkrise 2009

Die Handelszeitung greift die Meinung der Ökonomen der UBS auf, die erwarten, dass es bei einer ähnlich schweren Rezession wie 2009 teils zu starken Wertberichtigungen bei Immobilien kommen wird.

Allerdings muss man hier bei den verschiedenen Arten von Immobilien unterscheiden. Damals lösten massive Zinssenkungen der Schweizer Nationalbank und eine Zunahme der Einwanderung einen starken Nachfrageschub bei Immobilien aus.

Bei den Hauspreisen werden jedoch keine starken Schwankungen oder nur moderate Preisrückgänge erwartet.

Luxusobjekte werden laut Experten jedoch langfristig schwerer an den Mann zu bringen sein. Denn bei einer starken Rezession kann die Liquidität sinken, sodass Leerstände noch weiter ansteigen.

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Haufe zeigt auf, wie es in Deutschland um die Baubranche steht

Baudienstleister und Handwerker dürfen in Deutschland derzeit trotz Corona-Epidemie ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen.

Jedoch wirken sich die Einschränkungen im öffentlichen Leben im Zusammenhang mit der Coronavirus-Prävention stark auf den Baubetrieb aus. Wegen behördlicher Anordnungen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Virus mussten Baustellen teilweise schliessen.

Dies wirkt sich auf die Betriebe aus, was sich in der ansteigenden Zahl der Anträge für staatliche Soforthilfen zeigt.

Denn wenn Aufträge wegbrechen, führt das für die Unternehmen der Baubranche zu einer erheblichen Belastung.

Doch die Bundesregierung berät über einen Rettungsfonds mit Firmenbeteiligung und hat bereits eine Ausweitung von Kreditprogrammen beschlossen, um in der Corona-Krise die Liquidität von kleinen und mittleren Firmen zu sichern.

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Bleiben Sie informiert!

In Kürze starten wir die Archilyse Interviewreihe „Sars-Cov-2 die Stirn bieten“ mit Persönlichkeiten aus der Immobilienbranche.

Sie sprechen darüber, wie ihre Unternehmen mit der aktuellen Corona-Situation umgehen und diese einschätzen.

Damit möchten wir den Austausch in der Immobilienbranche fördern und die Immobilienbranche ermutigen, in dieser herausfordernden Zeit zusammenzuhalten.